Dienstag, 21. Juni 2011

PHI-TA-KHON-Geisterfest in der Provinz Loei





Im Nordosten Thailands findet vom 1. bis 3. Juli 2011 in der Provinz Loei das traditionelle Phi Ta Khon Fest statt, das den Geisterglauben der lokalen Isaan-Bevölkerung widerspiegelt. Die Phi Ta Khon Feier erinnert an die Rückkehr von Prinz Vessandara, der letzten Inkarnation Buddhas, in die Stadt Loei.
Die Willkommensfeier war damals schon so schön, dass auch die Geister (phi) mitfeierten.
In Erinnerung an diese Legende maskieren sich jedes Jahr zum Phi Ta Khon Festival junge Männer mit bunten Bambus Masken und farbigen Bandkostümen als Geister und tragen eine heilige Buddhastatue mit Glockengeläut. Das Fest reflektiert sehr gut den tief verwurzelten Geisterglauben der Bewohner des Isaan.


Mögen wir nicht in irgendeiner Weise auch lustige oder spannende Geistergeschichten? Bekannt bei uns ist das Halloween, wo die teilnehmenden Menschen in unterschiedlichen phantasievollen Verkleidungen nicht nur die Geister und die Geisterwelt auf die Schippe nehmen, sondern auch für diesen Augenblick selber zu den Geistergestalten werden, die sonst in ihrem Unterbewusstsein, auf unterschiedliche Weise, eine instinktive Neugier, Angst und Spannung erzeugen.
Auch in Thailand kennt man eine Vielzahl von Geistern, die man dort Phi nennt. Ein Phi kann gut oder böse sein, und es gibt kaum einen Thai, trotz aller Ängste, der nicht gespannt auch gerne einen Geisterfilm sieht. Da wundert es wohl kaum, dass es in Thailand auch eine Art thailändisches Halloween gibt, das Phi Ta Khon-Fest. Das Phi Ta Khon-Fest ist wahrscheinlich eines der ungewöhnlichsten Feste im Königreich.
Der Ursprung des Festes liegt in der Legende des Prinzen Vessandorn, der die vorletzte Inkarnation Buddhas gewesen sein soll. (Inkarnation = lat. „Fleischwerdung“, wird auch als „Das Annehmen einer menschlichen Hülle oder eines Geistes“ übersetzt).
Prinz Vessandorn war ein sehr beliebter Prinz, und wegen seiner Sanftmut und Grosszügigkeit bei den Menschen sehr beliebt. Eines Tages jedoch beschloss der junge Prinz übermütig, auf den weissen Elefanten seines Vaters, dem König, eine lange Reise zu unternehmen. Doch der Prinz vergass, dass der weisse Elefant für die Menschen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Regen war. Als der Prinz auch nach längerer Zeit nicht zurückkehrte, fürchteten sich die Menschen vor einer möglichen Dürre und Hunger, da ja der weisse Elefant nun weg war. In ihrer Angst gingen sie zum König, und beklagten, dass sein Sohn mit dem weissen Elefanten wegritt, ohne an die möglichen Folgen zu denken. Daraufhin schickte der König Eilboten im ganze Königreich aus, und befahl, dass der Prinz schnell mit dem weissen Elefanten zurückkehren sollte. Als Prinz Vessandorn dann mit dem weissen Elefanten zurückkehrte, waren die Menschen derart glücklich, dass sie ein so lautes Fest veranstalteten, dass sogar die Geister der Toten davon aufwachten, die dann ebenfalls freudig den Prinzen begrüssten und an der Feier einfach teilnahmen.

Seitdem gibt es eine Parade, wo hauptsächlich junge Leute in ihren schönen bunten Kostümen und bizarren, hölzernen und bunt bemalten Masken tanzend aufmarschieren und die Zuschauer gerne dabei necken. Begleitet wird das Spektakel mit Musikkapellen und einem grossen Menschenauflauf.
Die Geistermasken stellen die Toten dar, die nicht mehr da sind, an den Festlichkeiten teilnehmen zu können. Es gibt auch einen Wettbewerb für das ausgefallenste und schönste Kostüm sowie für die besten Tänzer. Als Preise gibt es für jede Altersklasse Messing-Plaketten. Natürlich dürfen nicht die vielen Essenstände fehlen, die die Besucher mit den lokalen Köstlichkeiten versorgen sowie Stände mit lokalen Produkten.
Der weitere Höhepunkt des Festes ist die Chao Pho Kuan-Zeremonie, wo die heilige Buddha-Figur Phra Uppakhut aus dem Wat Ponchai durch das Dorf und dann wieder zurück zum Wat getragen wird. Dabei tanzen auch hier traditionell hinter der Buddha-Figur als Geister verkleidete Einheimische, um religiösen Verdienst zu erwerben und Regen zu erbitten. Anschliessend gehen die Dorfbewohner zum Wat Ponchai, um den Predigen der Mönche zuzuhören und zu beten.
Am Ende des Festes werden noch Bambusraketen in den Himmel geschossen, in der Hoffnung, dass man dadurch genügend Regen für die Ernte erhält.